Spinnerei Oosterveld, Enschede 1911
Auftraggeber: Van Heek Schuttersveld
Architekt: Fa. Beltman
Bauunternehmer: G. Hatten jr.
Die Spinnerei Oosterveld wurde 1911 als eine der wenigen eigenständigen Spinnereien an der Eisenbahnstrecke von Boekelo nach Enschede errichtet. Sie war eine der letzten traditionell
konstruierten Lancashire-Spinnereien in Twente. Das Tragsystem bestand aus gusseisernen Stützen und in Beton eingegossenen Stahlträgern. Die späteren Spinnereien verfügten fast ausnahmslos
über ein Stahlbetonskelett. A.G. Beltman war auf die Durchführung der komplexen Betonberechnungen spezialisiert. Es ist daher bemerkenswert, dass dieses Fabrikgebäude noch eine
traditionelle Bauweise aufweist. Der Entwurf des Gebäudes wird folglich nicht durchgängig Beltman zugeschrieben.
Ebenso wie die Spinnerei von Jannink aus dem Jahr 1900 verfügt Oosterveld über drei Geschosse und einen Treppenturm. Dieser Turm besitzt ein Pyramidenstumpfdach mit einem gusseisernen Ziergitter. Es handelt sich um einen schlichten
Abschluss im Stil eines „Hôtel de Ville“, der außer den dekorativen Dachgauben wenig Bauornamentik aufweist.
Die Fassaden des Bauwerks sind aus dunklem Backstein, dem sogenannten „Twents hardgrauw“, errichtet. Dies verleiht dem Gebäude eine eher düstere, strenge Erscheinung. Quelle: Tuinstra [0138126, Diplomarbeit/Doktoralschrift]
 
Vor rund zehn Jahren wurden mehrere ehemalige Fabrikkomplexe für unterschiedliche Nutzungen umgestaltet, darunter studentischer Wohnraum, Einzelhandelsflächen, Bürogebäude und Gewerbezentren. Dies gelang in manchen Fällen mit großem Erfolg, in anderen weniger. Die Spinnerei Oosterveld wurde 1911 nach einem Entwurf des Architekten Beltman errichtet. Der Baustil ist an die englische Fabrikarchitektur angelehnt. Ende der 1960er-Jahre wurde die Produktion dieses Textilbetriebs eingestellt.
 Im Jahr 2011 wurde die ehemalige Spinnerei zu einem Gründer- und Gewerbezentrum mit einer Gesamtnutzfläche von 12.000 m² und 95 Gewerbeeinheiten umgebaut. Die Gemeinde Enschede investierte seit 2004 über 12.000.000 € in diesen Standort. Am 24. April 2012 beschloss der Gemeinderat, weitere 1.250.000,00 € für bauliche und haustechnische Verbesserungen des Gebäudes bereitzustellen. Trotz der hervorragenden Lage zum Stadtzentrum von Enschede, der guten Parkplatzsituation und der Anbindung an überregionale Verkehrsachsen gestaltet sich die Vermietbarkeit des Gewerbezentrums schwierig.
Die Gemeinde Enschede ist Eigentümerin des Fabrikkomplexes und muss weiterhin finanzielle Zuschüsse leisten, um einen ausgeglichenen Betrieb des Gewerbezentrums zu gewährleisten. Dies verdeutlicht die Herausforderungen bei der Transformation von industriellem Kulturerbe in zeitgemäße Unternehmensimmobilien.
Schreiben des Magistrats (B&W) Enschede vom 08. März 2016 an den Gemeinderat bezüglich des Verkaufs der Spinnerei Oosterveld.

[RIS-5948-1] Ratsvorlage

 

DER EHEMALIGE WASSERTURM DER TEXTILFABRIK.

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In der Blütezeit der Textilindustrie waren Sportvereine eng an die jeweiligen Arbeitgeber gebunden.

Transformatorengebäude der Spinnerei Oosterveld. (Foto: Gemeinde Enschede) Kommunales Denkmal

TRANSFORMATORENHÄUSCHEN, errichtet um 1930 nach der Erweiterung der Fabrik Spinnerei Oosterveld am Goolkatenweg im Jahr 1928. Das Transformatorenhäuschen befindet sich am Richtersweg.
Der Baukörper wurde auf rechteckigem Grundriss in Backsteinmauerwerk unter einem ziegelgedeckten Walmdach ausgeführt. Die Fassade weist unterhalb des Dachansatzes mehrere kleine rechteckige Fensteröffnungen innerhalb von Zierziegelbändern auf. Im Giebelbereich befindet sich ebenfalls ornamentales Ziegelmauerwerk.
Denkmalwert
Das Transformatorenhäuschen ist von allgemeinem Interesse aufgrund seines architekturhistorischen, kulturhistorischen und städtebaulichen Wertes, der sich in folgenden Merkmalen manifestiert:
- dem Erhaltungszustand des Hauptbaukörpers und der Detailausbildung
- der Typologie als exemplarisches Beispiel eines Transformatorenhauses der 1930er-Jahre
- der ortsbildprägenden Lage
- der funktionalen und historischen Verbindung zur Spinnerei Oosterveld