Pathmos
Das Viertel Pathmos wurde zwischen 1914 und 1928 erbaut. Die Entwürfe für die Siedlung stammen von dem Architekten W.K. de Wijs und dem Direktor des städtischen Bauamtes (Gemeentewerken) A.H. op ten Noort. Auftraggeberin war die 1907 gegründete Wohnungsbaugesellschaft „Vereeniging de Volkswoning“. Das Viertel zeichnet sich trotz seiner weiträumigen Anlage durch eine hohe städtebauliche Qualität und einen geschlossenen Charakter aus. Es wurden neun grundlegende Wohnungstypen in 89 Varianten realisiert. Die städtebauliche Konzeption umfasste Geschäfte, Schulen, Plätze, ein Badehaus, ein Gemeindezentrum, Grünanlagen sowie mehrere Tordurchfahrten. Zentraler Orientierungspunkt ist der Thomas Ainsworthpark, ein weitläufiger, als Grünanlage gestalteter Platz.
Im Jahr 1927 wurde das Viertel um 226 Wohnungen der sogenannten „Drentse buurt“ erweitert. Die Bewohner waren überwiegend Arbeiter aus den Moorkolonien (Veenkoloniën). Dieser Teilbereich der Siedlung war wesentlich schlichter und kostengünstiger konzipiert, was letztlich auch der Grund dafür war, dass dieser Bereich kürzlich abgerissen wurde und durch Neubauten ersetzt werden soll.
Das Viertel umfasst insgesamt 1.386 Wohnungen, von denen 1.209 durch die „Vereeniging de Volkswoning“ errichtet wurden.
Quelle: Enschede-Stad.nl
15. AUGUST 2012
Von: Beigeordneter Welman
An: Stadtteilkommission West.
Bebauungsplan Stadsveld Pathmos 2009
Kommunale Denkmalpflegepolitik der Gemeinde Enschede.
Während der Beratung über den Beschlussvorschlag zur geänderten Feststellung des Bebauungsplans „Stadsveld Pathmos 2009“ in der Ratskommission West am 29. Mai 2012 wurden Bedenken geäußert, dass dieser Planentwurf keinen hinreichenden Schutz für das kulturhistorische Erbe, insbesondere im Viertel Pathmos, bietet.
Das Kollegium der Bürgermeister und Beigeordneten (College) hat in seiner Sitzung vom 29. Mai 2012 beschlossen, die Mitglieder des Rates der Gemeinde Enschede detaillierter über die Sicherung des kulturhistorischen Erbes in Bebauungsplänen zu informieren. Diese Information wurde den Ratsmitgliedern bereits per Schreiben mitgeteilt. Vorgreifend auf die in diesem Schreiben genannten Pläne wurde für das Gebiet Pathmos das Verfahren zur Erstellung einer kulturhistorischen Wertanalyse dieses Viertels initiiert. Am 18. September 2012 findet ein erstes Gespräch mit dem Stadtteilbeirat, Anwohnern sowie relevanten Organisationen und Beratungsgremien statt. Das Ergebnis der Wertanalyse wird maßgeblich für die weitere rechtliche Verankerung dieser Werte sein. Der Rat wird zu gegebener Zeit darüber in Kenntnis gesetzt.
Wie im Schreiben an den Rat dargelegt, wird nach dem Beschluss der kulturhistorischen Wertekarte und der Richtlinien durch den Rat ein sogenannter „Dachbebauungsplan“ (Paraplu-Bestemmingsplan) erarbeitet, um die Wertekarte und die Richtlinien planungsrechtlich abzusichern. Um zu verhindern, dass im Gebiet „Pathmos“ bauliche Entwicklungen eingeleitet werden, die sich nachteilig auf vorhandene schützenswerte Elemente auswirken könnten, wird vorgeschlagen, für das Gebiet eine Veränderungssperre (Voorbereidingsbesluit) zu erlassen. Durch die Beschlussfassung des Rates über diesen Vorbereitungsbeschluss „Pathmos 2012“ ist es untersagt, die Nutzung von Grundstücken und/oder baulichen Anlagen im Gebiet zu verändern oder Bausubstanz abzureißen. Es bleibt jedoch möglich, Maßnahmen zuzustimmen, die mit dem in Vorbereitung befindlichen „Dachbebauungsplan“ vereinbar sind.
Eine kulturhistorische Bestandsaufnahme und Werteinschätzung von Pathmos.
Quelle: Evert Jan Krouwel, August 2015
Im Jahr 1914 begann der Bau des Viertels Pathmos mit 974 Wohnungen in Form einer Gartenstadt – das erste Viertel dieser Größenordnung in Enschede. Die hierbei angestrebte Qualität und die gewonnenen Erkenntnisse bildeten das Fundament für den großflächigen Wohnungsbau bis 1940 in den Gebieten Zeggelt, Laares, Perik, Zwik, Horstlanden und Veldkamp. Pathmos ist fester Bestandteil der Identität von Enschede, vergleichbar mit dem Roombeek, Willem Wilmink, dem FC Twente, der textilen Vergangenheit und der Universität Twente, um nur einige signifikante Bezugspunkte zu nennen. Eine Reihe von Objekten in Pathmos besitzt inzwischen den Status eines Denkmals und deren Schutz ist gewährleistet. Der Ensemlestatus als Ganzes sowie die spezifischen Werte, insbesondere von Fassadenabwicklungen, der Gestaltung des öffentlichen Raumes, der Infrastruktur, des Detaillierungsgrades und der Farbgebung, müssen nun systematisch erfasst werden. Insbesondere vor dem Hintergrund der anhaltenden Verkäufe von Teilen des Bestands durch die Wohnungsbaugesellschaft De Woonplaats ist eine zeitnahe und fundierte Inventarisierung der vorhandenen Werte geboten. Das Viertel spiegelt bis heute die historische Atmosphäre wider; die Fotografien auf dem Umschlag verdeutlichen das hohe Maß an Authentizität und Unversehrtheit von Pathmos. Eine Festschreibung der erhaltenswerten Elemente des Viertels Pathmos im Rahmen einer kulturhistorischen Bestandsaufnahme und Werteinschätzung ist daher dringend anzuraten.
Der vollständige Bericht ist auf Anfrage erhältlich.